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Bienenrassen


Bienen kommen auf allen Kontinenten unserer Erde in einer sehr grossen Vielfalt an Rassen in Abhängigkeit von geografischen und klimatischen Gegebenheiten vor.
Sie unterscheiden sich in Ihrem Aussehen, ihrer Lebensweise und besonders in Ihrem Verhalten im Hinblick auf Schwarmtrieb, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Sammelfreudigkeit. 
Als Honigbienen sind in Deutschland hauptsächlich 4 Rassen vertreten:

  • Mellifera: die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera)
  • Ligustica: die Italienerbiene (Apis mellifera ligustica)
  • Carnica:  die Kärntener Biene (Apis mellifera carnica)


wbs_BienenrassenFoto: F.K. Tiesler

 
Mellifera
Ligustica
Carnica
 


Buckfast: Kreuzung zwischen der Ligustica (Italienische Biene) und der einst in Großbritannien einheimischen Biene durch Bruder Adam

Buckfast1
 Buckfast

 

Die nachfolgenden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale wurden der Fachzeitschrift „Deutsches Bienenjournal 2/2006“ entnommen: 

Als charakteristische Körpermerkmale wurden festgestellt bei

 Mellifera: groß, dunkel, lange Haare, breit gebaut, schmale Filzbinden, niedriger Cubitalindex
 Ligustica: gelbe Ringe, breite Filzbinden, kurze Haare, hoher Cubitalindex
 Carnica:  grau, kurze Haare, breite Filzbinden, hoher Cubitalindex
.Buckfast: uneinheitlich, schwankt zwischen Carnica und Ligustika (gelbe Ringe, kurze Haare, breite Filzbinden)
 
Die Winterfestigkeit gilt bei allen 4 Arten als gut !
 
Bei der Frühjahrsentwicklung und Volksstärke gibt es folgendeUnterschiede:
 Mellifera: gilt als spät und langsam,  mittelstarke Völker
 Ligustica: gilt als zögerlich trotz Brutfreudigkeit, starke Völker
 Carnica:  rasch, daher die ideale Frühtrachtbiene, starke Völker
 Buckfast: gilt als weniger rasant als Carnica, starke Völker

Die Schwarmlust gilt bei allen 4 Arten als gering!
Die Schwarmlust hängt von mehreren Faktoren wie Volksstärke und Trachtangebot sowie von der Betriebsweise des Imkers (Baurahmen eingesetzt?, genügend Raum zur Volksentwicklung   gegeben?, rechtzeitig geschröpft?) ab.

Zur Sanftmut der genannten Bienen wurde festgestellt:
 Mellifera: gilt als stechlustig
 Ligustica: gilt als sanftmütig
 Carnica:  gilt als sanftmütig
 Buckfast: gilt als sanftmütig

Die Honigleistung gilt bei allen 4 Arten als gut!
Reinrassige Bienenvölker sind im Hamburger Raum eher selten anzutreffen, da bei den meisten Völkern eine Vermischung zwischen Carnica und Buckfast eingetreten ist.

 

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1. Hilfe

Der Bienenstich

Gegenmaßnahme: Sofort Calcium (500mg, besser 1000mg) in Form von Brausetabletten einnehmen!

Calcium reduziert die Fähigkeit des Gewebes, Flüssigkeit aufzunehmen, und verringert dadurch das Anschwellen der Stichstelle.

Essigsaure Tonerde kühlt und lindert, ebenso das Auflegen einer Zwiebelscheibe.

Wespen-, Hummel- und Hornissenstiche werden ebenso behandelt, da alle diese Gifte gleichartig sind.

Da der Bienenstachel mit der Giftblase in der Haut hängen bleibt, soll man den Stachel ganz ruhig mit einem Fingernagel hinausschieben. Keinesfalls sollte man ihn mit den Fingern herausziehen, da man dadurch noch mehr Gift in die Wunde hinein drückt.

Die entstandene Wunde bedarf keiner besonderen Behandlung

Allergisch auf Insektenstiche reagieren die wenigsten Menschen. Nur Überempfindliche sollten sich vorsorglich von einem Arzt beraten lassen.

Bienengift ist kein starkes Gift; es hat zwar eine ätzende aber keine tödliche Wirkung.

 

Der Wespenstich

Bei der Suche nach Nahrung gehen Wespen auch an Abfälle. Deshalb kann im Gegensatz zu einem Bienenstich ein Wespenstich bedenkliche Folgen haben, weil durch ihn Krankheitskeime, z.B. Bakterien, übertragen werden können.

Große Vorsicht ist beim Essen von Obstkuchen im Freien geboten, da man leicht eine auf dem Kuchen naschende Wespe verschlucken kann. Ein Stich in die Mundhöhle oder Kehlkopf ist wegen der eintretenden Schwellung besonders gefährlich, da Erstickungsgefahr besteht. In diesem Fall muß die Einstichstelle sofort gekühlt und umgehend ein Arzt aufgesucht werden!

Größte Vorsicht ist auch bei offenen Getränkeflaschen und -dosen geboten, da die Wespen unbemerkt hinein schlüpfen können und dann beim nächsten Schluck zustechen.

Im Gegensatz zum Bienenstachel bleibt der Wespenstachel nicht in der Haut stecken, da er keine Widerhaken hat.

 

Der Hummelstich

Hummeln sind größer als Wespen, sehen aber weniger bedrohlich aus und sind nicht so wendig. Wenn es doch einmal zu einem Stich kommt, dann ist die Wirkung ähnlich der des Bienenstichs. Eine besondere Behandlung ist nicht erforderlich. Nur im Fall einer Überreaktion ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Hummeln stehen unter Naturschutz!

 

Der Hornissenstich

Hornissenstiche kommen sehr selten vor. Hornissen sind größer als Wespen und sehen bedrohlicher aus. Sie kommen aber mit Menschen viel seltener in Berührung als Wespen. Wenn es doch einmal zu einem Stich kommen sollte, dann ist die Wirkung kaum schlimmer als ein Wespenstich. Eine besondere Behandlung ist nicht erforderlich, nur im Fall einer Überreaktion ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Hornissen stehen unter Naturschutz! Sie dürfen deshalb nicht ohne amtliche Genehmigung beseitigt werden!

“Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd” - Alles Quatsch! - Hier die Fakten:
Bienengift ist, da es leicht in größeren Mengen zu gewinnen ist, in seiner Zusammensetzung und Wirkung sehr gut erforscht. Die LD50 (Giftmenge, die in 50% aller Fälle zum Tode führt) beträgt für Bienengift recht exakt
6 mg Gift je kg Körpergewicht (entspricht ca. 40 Stichen/kg Körpergewicht).

Beim Hornissengift werden Zahlen von 10mg/kg bis 90mg/kg genannt (entspricht ca. 154 - 180 Stichen/kg Körpergewicht).

Das Bienengift hat demzufolge eine um den Faktor 1,7 bis 15 höhere Wirksamkeit als das Gift der Hornisse!

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